Mit dieser Studie wird ein Vorschlag zu einer theoretischen Konzeption psychischer Systeme vorgelegt, der es ermoeglicht, sowohl sprachliche als auch nichtsprachliche psychische Erfahrung als den autopoietischen Prozess einer operativen Konstitution des psychischen Systems zu begreifen. Ein solches Verstaendnis psychischer Systeme basiert auf einer Lesart der Systemtheorie Luhmanns, die der Rezeption der "Laws of Form" von Spencer Brown eine Schluesselfunktion in der theoretischen Konstruktion zuweist und die Konzepte des psychischen Systems und der strukturellen Kopplung als supplementaere Theorieelemente auffasst. Dieser Entwurf integriert Erkenntnisse der Psychoanalyse und der Saeuglingsforschung und macht sie fuer ein systemtheoretisches Verstaendnis der Psychogenese fruchtbar. Er eroeffnet zugleich Perspektiven auf das Erziehungssystem, mit denen die Komplexitaet des Verhaeltnisses von Psyche, Erziehung und Gesellschaft neu betrachtet werden kann.